Leistungen > Endotoxinanalytik
Endotoxine sind hochmolekulare Komplexe, die bei Freisetzung und Kontakt mit dem Immunsystem zu einer pyrogenen Reaktion führen. Das in der äußeren Schicht der äußeren Membran von Gram-negativen Bakterien verankerte Lipopolysaccharid (LPS) spielt medizinisch eine zentrale Rolle, da es im Vergleich zu anderen bakteriellen Endotoxinen sehr starke zelluläre- und immunologische Reaktionen auslöst.
Klinisch zeigt sich die Bedeutung der Endotoxine z.B. bei der Infektion mit dem Gram-negativen Bakterium Neisseria meningitidis, dem Auslöser der Meningitidis. Während Wachstum und Lyse der Bakterien kommt es hierbei zur Endotoxinfreisetzung und infolgedessen zu einer ganzen Reihe physiologischer Effekte wie Fieber, septischem Schock und Hyperimmunreaktionen.
Im Alltag ist der Mensch ständig in Kontakt mit Endotoxinen (z.B. durch Nahrungsaufnahme). Kritische ist dieser Kontakt jedoch vor allem bei direkter Exposition des Immunsystems beispielsweise bei medizinischen Anwendungen (parenterale Applikation, medizinische Implantate, Dialyse oder Chirurgie) oder bei chronische Exposition in der Arbeitsumgebung (Dermal oder Inhalation). Da insbesondere bei medizinischer Anwendungen eine besonders hohe Empfindlichkeit besteht ist die Freigabetestung auf Pyrogene bzw. Endotoxine in den Kapiteln EP 2.6.8 (Pyrogene) und 2.6.14 (Endotoxine) vorgeschrieben.